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Spinnerei-Hochbau von Schlikker & Söhne, Graf-Egbert-Straße 19, Schüttorf

Der erste Spinnerei-Hochbau von Schlikker & Söhne wurde 1882 in Betrieb genommen. Damit versuchte das Unternehmen wie viele andere Webereien durch den Bau eigener Spinnereien von teuren Garnimporten unabhängig zu werden. Die damals drei Etagen zählende Spinnerei von Schlikker & Söhne war für etwa 32.000 Spindeln eingerichtet worden. 

 
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Textilfabrik von Schlikker & Söhne in der Mitte der 1960er Jahre (Karl-Heinz Elskamp) 

Am 03. November 1885 kam es durch ein Feuer zu einer schweren Beschädigung der Spinnerei. Der Verlust der Spinnerei mit allen Maschinen und Vorräten war von der Versicherung großzügig ausgeglichen worden, so dass mit dem Wiederaufbau der Spinnerei unverzüglich begonnen werden konnte. Im September 1886, also knapp ein Jahr nach dem Brand, war der erneuerte, heute noch vorhandene Spinnerei-Hochbau fertig gestellt worden. Die auf 35.000 Spindeln ausgelegte neue Spinnerei fertigte hauptsächlich für den eigenen Bedarf.

Das Gebäude hatten Schlikker & Söhne mit vier Geschossen und mit einem Flachdach erneuern lassen. Im Innern war beim Wiederaufbau ein Tragwerk aus gusseisernen Säulen und gemauerten Kappengewölben aus Gründen des Brandschutzes eingebaut worden. Auch deshalb war das Maschinenhaus und der Batteur den Spinnsälen vorgelagert worden. Mit diesen Eigenheiten des Spinnerei-Hochbaus von Schlikker & Söhne waren viele Neuerungen vorweggenommen worden, welche die in der Blütezeit der britischen Baumwollindustrie zwischen 1882 und 1914 entwickelten ‚Lancashire-Mills‘ kennzeichneten.

Das Textilunternehmen Schlikker & Söhne war 1991 von der Firma Becker aus Aachen übernommen worden. In den Jahren 1994/95 hatte die Firma Becker ihren Produktionsbetrieb in Schüttorf aufgegeben und nach Glauchau in Sachsen verlegt.

Mit dem derzeitigen Eigentümer wurde im Juni 2002 ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen und ein "vorhabenbezogener Bebauungsplan" über die Nutzung des ehemaligen Fabrikgeländes von Schlikker & Söhne aufgestellt. Teile des früheren Fabrikareals werden heute als Einkaufszentrum genutzt. Zur Zeit wird der Spinnerei-Hochbau für die Einrichtung weiterer Einzelhandelseinrichtungen im Erdgeschoss und Büros in den oberen Etagen saniert. Probleme bereitet es jedoch, für die als Baudenkmal ausgewiesene viergeschossige Spinnerei mit einer Nutzfläche von etwa 6.000 m² geeignete Mieter zu finden.

Bei der Rundreise durch die Grafschaft Bentheim am "Tag des offenen Denkmals" wird durch den Bauamtsleiter der Stadt Schüttorf, Herrn Gerhard Bussmann, durch den ehemaligen Spinnerei-Hochbau von Schlikker & Söhne geführt und über dessen denkmalgerechte Sanierung informiert werden. 

 

 
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