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Nordhorn stellt sich vor - Das Rathaus
Das erste nachgewiesene Rathaus wurde 1792 gebaut. Es befand sich in der Innenstadt auf der Vechteinsel an der Stelle, wo sich heute die Filiale der Kreissparkasse befindet. Nach dem Stadtbrand am 4. Mai 1912, der auch das Rathaus beschädigte, beschloss der Rat der Stadt Nordhorn, das Gebäude abzubrechen.
Das zweite Rathaus
Das zweite Rathaus wurde in den Jahren 1913/1914 an der Lingener Straße 1 errichtet. In dem Gebäude befand sich nach dem Umzug der Verwaltung ins dritte Rathaus zeitweise die Volkshochschule Grafschaft Bentheim. Aktuell ist dort die Musikschule der Stadt Nordhorn untergebracht.
Das dritte (jetzige) Rathaus
Das zweite Rathaus erwies sich schon bald nach der Errichtung als zu klein.
Aufgrund der Raumnot im zweiten Rathaus konnten verschiedene Verwaltungsstellen, die unbedingt geschaffen werden mussten, im Rathaus nicht untergebracht werden. Daher mussten diese Verwaltungsstellen an andere Standorte in Nordhorn verlegt werden.
Die Raumnot führte dazu, dass die Verwaltung an fünf getrennt liegenden Stellen in Nordhorn zu erreichen war. Aus diesem Grund wurde beschlossen, dass ein neues Rathaus gebaut werden muss. Dieses Mal musste das Rathaus groß genug sein, um alle Abteilungen der Verwaltung unterbringen zu können. Außerdem musste das neue Rathaus mit den für den Rat und die Ratausschüsse erforderlichen Räumen ausgestattet sein.
Das dritte Rathaus wurde im Jahr 1949 vom Stadtbaumeister Philipp Krieger entworfen und im Jahr 1951 eingeweiht.
Dabei handelt es sich um das eindrucksvollste Gebäude aus der unmittelbaren Nachkriegszeit, bei dem mit historischen Bauformen (Fensterrahmen, Portikus usw.) und durch Einbeziehung von so genannter Volkskunst (Glockenspiel) versucht wurde, einen neuen Heimatstil zu schaffen.
Bei dem dritten Rathaus handelt es sich um einen dreigeschossigen Ziegelbau, der von der Straße zurückgesetzt und mit einem Vorgarten versehen wurde. Der um einen Mittelrisali angelegte Sandsteinportikus, auf dem sich ein Balkon befindet, betont den Eingang und hebt ihn durch eine Freitreppe vom Vorgartenniveau ab.
Glockenturm
Das dritte Rathausgebäude wurde 1949 - 1951 errichtet und erhielt eine Turmuhr mit einem Glockenspiel. Nachdem das Glockenspiel etliche Jahre seinen "Dienst" getan hatte, musste es - unter anderem, weil die Aufhängungen der Glocken durch Umwelteinflüsse stark verrostet waren - im wahrsten Sinne des Wortes "stillgelegt" werden.
Doch dies sollte nicht der endgültige Ruhestand für das Glockenspiel sein. Erste Überlegungen, das Glockenspiel wieder in Betrieb zu setzen, wurden bereits Ende der 1970er Jahre angestellt. Die für die Reparatur beantragten Haushaltsmittel konnten jedoch wegen der allgemeinen Finanzknappheit nicht bereitgestellt werden. Anfang der 1980er Jahre wurde das Thema erneut im Verwaltungsausschuss und im Stadtrat aufgegriffen. Da allgemein großes Interesse an der Wiederinbetriebnahme bestand, konnten nunmehr - unter anderem durch Spenden aus der Bürgerschaft - die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt werden.
Im Jahre 1983 wurde schließlich das Glockenspiel repariert und wieder in Betrieb genommen werden. Etwas Besonderes an diesem Glockenspiel sind die Lieder, die täglich um 8.00 Uhr, 12.30 Uhr und 18.00 Uhr zu hören sind.
Ursprünglich wurden die einzelnen Glockenschläge mit Hilfe eines Steuerwerkes zu einer Melodie "zusammengefügt". Dieses Steuerwerk, welches mit sogenannten "Notenbändern" - das sind Folien, in denen sich systematisch gestanzte Löcher befinden - betrieben wurde sorgte dafür, dass die Glocken entsprechend der jeweiligen Melodie angeschlagen wurden. Insgesamt existieren sechs Notenbänder, auf denen sich jeweils mehrere jahreszeitbezogene Lieder befinden (siehe unten). Die Bänder wurden von den Hausmeistern des Rathauses entsprechend der Jahreszeit gewechselt.
Im Jahr 2013 wurde das Steuerwerk nach mehreren technischen Defekten gegen eine digitale Anlage ausgetauscht. Seitdem kann theoretisch jede Melodiefolge in das Glockenspiel einprogrammiert werden. Die Melodien der alten Notenbänder wurden jedoch größtenteils beibehalten.
Notenbänder des Glockenspiels (bis 2013)
1.) Horch was kommt von draußen rein
2.) Menuett
3.) Vogelfänger
4.) Larghetto
5.) Nehmt Abschied Brüder
6.) Ein Jäger aus Kurpfalz
7.) Freude schöner Götterfunken
8.) Am Brunnen vor dem Tore
9.) Ännchen von Tharau
10.) Nun ade, du mein lieb Heimatland
11.) Papagenos Glockenspiel
12.) Üb immer Treu und Redlichkeit
13.) Lasst uns froh und munter sein
14.) Süßer die Glocken nie klingen
15.) In Dulci Jubilo
16.) Fröhliche Weihnachten
17.) When the saints
18.) Es tönen die Lieder
19.) Der Mai ist gekommen
20.) Es wird schon gleich dunkel



